Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

Ich war ein kleiner Knabe,

Liedtext

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first_lineIch war ein kleiner Knabe,
lyricIch war ein kleiner Knabe,
stand fest kaum auf dem Bein,
Da nahm mich schon mein Vater mit
in das Meer hinein
Und lehrte leicht mich schwimmen
an seiner sichren Hand
Und in die Fluten tauchen
bis nieder an den Sand.

Ein Silberstückchen warf er
dreimal in's Meer hinab,
Und dreimal mußt' ich's holen,
eh' er's zum Lohn mir gab.
Dann reicht' er mir ein Ruder,
hieß in ein Boot mich gehn,
Er selber blieb zur Seite
mit unverdrossen stehn,

Wies mir wie man die Wogen
mit scharfen Schlage bricht,
Wie man die Wirbel meidet
und mit der Brandung ficht.
Und von dem kleinen Kahne
ging's flugs in's große Schiff;
Es trieben uns die Stürme
um manches Felsenriff.

Ich saß auf hohem Maste,
schaut' über Meer und Land,
Es schwebten Berg' und Türme
vorüber mit dem Strand.
Der Vater hieß mich merken
auf jedes Vogels Flug,
Auf alle Winde Wehen,
auf alle Wolken Zug;

Und bogen dann die Stürme
den Mast bis in die Flut,
Und spritzten dann die Wogen
hoch über meinen Hut,
Da sah der Vater prüfend
mir in das Angesicht,
Ich saß in meinem Korbe
und rüttelte mich nicht,

Da sprach er, und die Wange
ward ihm wie Blut so rot:
Glück auf zu deinem Maste,
du kleiner Hydriot! -
Und heute gab der Vater
ein Schwert mir in die Hand
Und weihte mich zum Kämpfer
für Gott und Vaterland.

Er maß mich mit den Blicken
vom Kopf bis zu den Zeh'n,
Mir war's, als tät sein Auge
hinab in's Herz mir seh'n.
Ich hielt mein Schwert gen Himmel
und schaut' ihn sicher an
Und deuchte mich zur Stunde
nicht schlechter als ein Mann.
Da sprach er, und die Wange
ward ihm wie Blut so rot:
Glück zu mit deinem Schwerte,
du kleiner Hydriot!
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