Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Auf, ihr Hirten von dem Schlaf,

Liedtext

indexcontent
first_line1. Auf, ihr Hirten von dem Schlaf,
lyric1. Auf, ihr Hirten von dem Schlaf,
bei so schönen Zeiten,
sammelt die verstreuten Schaf,
lasst sie fröhlich weiden!
Denn die Nacht ist schon vorbei,
und die Sonne leuchtet frei!
Hebt euch eilend’s aus der Ruh,
eilet euren Herden zu.

2. Nehmet wunder, höret an,
höret an, was wir Neu’s vernommen:
uns ist fremder Jubelton,
Jubelton heut zu Ohren kommen.
Ja, er kommt uns eben vor,
wie ein Engelchor,
ist kein blöder Schäferston,
Schäferston wie vom Himmel klingt es schon.

2. Greifet schnelle zur Schalmei,
pfeifet euren Hündlein,
rufet eure Schaf herbei,
nehmet auf die Lämmlein!
Doch sie lassen mich und dich
damt der Pfeifen bös im Stich,
hupfen, springen voller Freud
bei so heller Tageszeit.

3. Wer kann sagen, was dies Licht
mag und muss bedeuten?
Ist kein irdisch Klingen nicht,
ist ein himmlisch Läuten!
Weil sich alle Engelein
stellen bei der Musik ein,
wird verkündet weit und breit:
Jesus ist geboren heut!

4. Auf ihr Hirten, von dem Schlaf,
nur nicht lang verweilet,
auf ein Weil verlasst die Schaf
und zur Krippe eilet!
Siehe, o beglückte Nacht,
du hast uns das Heil gebracht,
da der wahre Gottessohn
zu uns kam vom Himmelstzhron.

Seht das Wunder, höret an,
was wir Neus vernommen!
Uns ist freudger Jubelklant
heut zu Ohren kommen.
Singet, da der Engel Rott
lobt und preist den hächsten Gott
und verkündet wiet und breit:
Jesus ust geboren heut!

Er hat uns gezeiget an,
dass er sei geboren,
der das Heil uns geben kann,
das so lang verloren.
Darum greifet zur Schalmei,
pfeifet euren Hündlein!
Rufet eure Schaf herbei,
nehmet auf die Lämmlein!

Lasst und gehen an den Ort,
wo das Wunder ist geschen!
Selbst wir sind gewesen dort,
habn mit Augen selbst gsehn.
Da kam es uns eben vor
als ein ganzer Engelchor;
„Fried den Menschen insgemein,
die eins guten Willens sein!“

Seht das Kindlein an dem Ort
zu Bethlehem in dem Stall!
’s ist das wahre Gottes Wort,
das da so lang erschall.
es ist worden Fleisch allein,
aus Maria der Jungfrau rein,
wahrer Gott und Mensch zugleich,
voller Trost, ganz gnadenreich.

Ach, Maria, Jungfrau rein,
was soll das bedeuten,
dass du hast müssenkehren ein
bei so kalten Zeiten
in einen so verachteten Stall?
Ist denn dieser Gottes Saal,
der erschaffen hat die Welt,
alles in sich selbst enthält?

Seht, ihr Hirten, Gott ist hier!
Fallet ihm zu Füssen;
euern Heiland, JesumChrist,
tut ihn herzlich grüssen!
Betet ihn an in schneller Eil,
weil er uns gebracht das Heil,
worauf wir gwaret so lang,
uns z’retten vorm Untergang.
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