| lyric | 1. Poetengunst mag immerhin dir Kron' und Scepter reichen; ich bin, Frau Wälderkönigin, nicht minder deinesgleichen, ich kenne meinen ganzen Wert, und weil mich fremdes Lob nicht ehrt, |: so will ich selbst mich loben. :|
2. Der Allmacht Spur im Riesenmaß ist auch an mir zu schauen, und dass einst Hermann bei dir saß, wer kann der Sage trauen? Wohl aber schreibt Virgilius, der hochberühmte Tityrus |: hab' unter mir gelegen. :|
3. Noch heutzutag' sucht mich das Heer von Koridons Gelichter und schneidet in und um mich her Buchstaben und Gesichter. Das widerfährt dir nicht, mein Schatz! in deine harte Rinde kratz' |: der Teufel seinen Namen! :|
4. Dein Lorbeerzweig gilt auch nichts mehr in unsern deutschen Tagen, es hat ein fremdes Siegerheer ihn nach Paris getragen. Zwar deutet er auch uns auf Sieg, doch leider! nur im Küchenkrieg |: mit Keilern und mit Hirschen. :|
5. Aus Luthers Tintenfass für dich wohl auch kein Dank erwachset, gabst du, was ein Insektenstich auf deine Blätter kleckset. Mein ist ein bess'rer Ruhm auch hier; denn ohne Zweifel kam von mir |: das Öl in seiner Lampe. :|
6. Mit deiner Eicheln Urgericht magst auch zu Hause bleiben! Dumm waren uns're Väter nicht, wie die Autoren schreiben. Nicht Eicheln, Eckern aßen sie und ließen gern dem Borstenvieh, |: was ihm Natur bestimmte. :|
7. Du brauchst die Millionenzahl von deiner Kinder Menge? Ei, Liebe! zeige doch einmal ""das herrliche Gedränge!"" Im Buche steht's, im Walde nicht, doch steh'n darinnen hoch und dicht |: die schönsten Buchenschläge. :|
8. Dem Briten, der sich obstiniert, Despot zu sein vom Meere, und Kopenhagen bombardiert, dem dient kein Baum von Ehre. Von mir soll einst um keinen Lohn der böse Dey von Albion |: ein Nadelbüchschen haben! :|
9. Kein Waghals, der die Welt umschifft, soll mir Gesetze geben; ich will, wenn einst die Axt mich trifft, für bess're Zwecke leben. Denn, wenn mein Wunsch Erhörung fand, soll eines deutschen Künstlers Hand |: aus mir Pokale schneiden. :| |