| lyric | 1. Ich steh an deiner Krippe hier Jesu Christ, mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist von Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohlgefallen.
2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt’, erkoren: Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.
3. Ich lag in tiefer Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugedacht. Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht, wie schön sind deine Strahlen!
O, dass doch ein so lieber Stern muss in der Krippe liegen, für edle Kinder grosser Herrn hehören güldne Wiegen. Ach, Heu und Stroh sind viel zu schlecht, Samt, Seiden, Purpur wären recht dich, Kindlein, drauf zu legen.
Nehmt weg das Stroh nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, dass meines Heilands Lager sei auf Rosen und Violen; mit Tulpen, Nelken, Rosmarin aus frischen Gärten will ich ihn hier von oben her bestreuen.
Zur Seiten will ich hier und dar viel weisse Léilien stecken, die sollen seiner Äuglein Paar im Schlafe sanft bedecken; doch liebt vielleicht das dürre Gras diese Kindlein mehr als alles das, was ich hier nenn’ und denke.
Du fragest nacht nach Lust der Welt, noch nach des Leibes Freuden, du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Trost und Freud durch allerhand Beschwerlichkeit; das will ich dir nicht wehren.
4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen.
5. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, dss ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So lass mich deine Krippe sein, komm, komm, und kehre ein mit allen deinen Freuden. |