| lyric | 1. Auf, Brüder, singt mit mir das Lob der edlen Jägerei! Reich der Stoff und wohlbekannt im ganzen deutschen Vaterland die schöne Melodei!
2. Des Waidmanns Ursprung liegt entfernt, dem Paradiese nah; da war kein Arzt, kein Pfaff, kein Advokat; doch waren Jäger da!
3. Mit seinem Stand ist Ruhm und Lust und Ehr' und Glück gepaart. Ihn quält nicht ew'ges Einerlei, die Arbeit ist ihm täglich neu und täglich andrer Art.
4. Ergötzlichkeit ist sein Beruf, Vergnügen seine Pflicht; drum pfuscht auch alt und jung so gern ins Handwerk ihm; selbst große Herrn erröten drüber nicht.
5. Gesundheit, Brot und heitern Sinn schafft ihm sein reger Fleiß. Er ist, wird einst sein Scheitel bleich, an Kraft und Mut dem Jüngling gleich, an Jahren nur ein Greis.
6. Es stählen seine Nerven sich in Gottes freier Luft. Er scheut nicht Regen, Sturm und Schnee, weiß nichts von Zahn- und Ohrenweh im kühlen Abendduft.
7. Heil ist sein Aug' und scharf sein Ohr, es kann ihm nichts entgehn. Was er nicht sieht, was er nicht hört, das bleibt dem Laien wohl verwehrt zu hören und zu sehn.
8. Er spielt im Wald und beim Gelag den Helden und den Herrn; drum sind ihm auch die Weiblein hold und zahlen ihm den Minnesold vor allen andern gern.
9. Kaum färbt Aurorens erster Strahl der Berge Spitzen rot, so hat im Haus er keine Ruh', Diana winkt ihm freundlich zu, ihr Wink ist ihm Gebot.
10. Rasch geht's hinaus, und vor ihm her springt sein getreuer Hund. Die Lerche singt, der Häher schreit und macht verrät'risch weit und breit des Siegers Dasein kund.
11. Mit reicher Beute kehrt er dann beladen spät nach Haus und ruht mit königlicher Lust an seines treuen Weibchens Brust von aller Arbeit aus. |