| lyric | 1. Auf grünen Bergen wird geboren der Gott, der uns den Himmel bringt; die Sonne hat ihn sich erkoren, daß sie mit Flammen ihn durchdringt.
2. Er wird im Lenz mit Lust empfangen; der zarte Schoß quillt still empor, |: und wenn des Herbstes Früchte prangen, springt auch das gold'ne Kind hervor. :|
3. Sie legen ihn in enge Wiegen, ins unterirdische Geschoß; |: er träumt von Festen und von Siegen und baut sich manches lust'ge Schloss. :!
4. Es nahe keiner seiner Kammer, wenn er sich ungeduldig drängt, |: und jedes Band und jede Klammer mit jugendlichen Kräften sprengt. :|
5. Denn unsichtbare Wächter stellen, so lang er träumt, sich um ihn her, [: und wer betritt die heil'gen Schwellen, den trifft ihr luftumwundner Speer. :|
6. So wie die Schwingen sich entfalten, läßt er die lichten Augen sehn, |: läßt ruhig seine Priester walten, und kommt herauf, wenn sie ihn flehn. :|
7. Aus seiner Wiege dunklem Schöße erscheint er im Krystallgewand; |: verschwiegner Eintracht volle Rose trägt er bedeutend in der Hand. :|
8. Und überall um ihn versammeln sich seine Jünger hocherfreut, |: und tausend frohe Zungen stammeln ihm ihre Lieb' und Dankbarkeit. :|
9. Er spritzt in ungezählten Strahlen sein inn'res Leben in die Welt; |: die Lippe nippt aus seinen Schalen und bleibt ihm ewig zugesellt. :|
10. Er nahm als Geist der goldnen Zeiten von jeher sich des Dichters an, |: der immer seine Lieblichkeiten in trunknen Liedern aufgetan. :|
11. Er gab ihm, seine Treu' zu ehren, ein Recht auf jeden hübschen Mund, |: und daß es keine darf ihm wehren, macht Gott durch ihn es allen kund. :| |