Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Es wohnt ein Pfalzgraf an dem Rhein

Liedtext

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first_line1. Es wohnt ein Pfalzgraf an dem Rhein
lyric1. Es wohnt ein Pfalzgraf an dem Rhein
|: der hat drei schö - ne Töchterlein. :|

2. Die eine wohnt im Oberland,
|: die andre zog ins Niederland. :|

3. Die erste heirat früh hinweg,
|: die zweite hat sich ins Grab gelegt. :|

4. Die dritte zog dem Spielmann nach
|: und mußte eine Dienstmagd sein. :|

5. Sie reist im Lande hin und her,
|: zu suchen, wo ihre Schwestern wär'n. :|

6. Und als sie kam vor der Schwester Tür,
|: ganz still, ganz leise klopft sie dafür. :|

7. ""Wer klopft, wer ist an meiner Tür,
|: der mir die sanfte Ruhe stört?"" :|

8. ""Ein Mädchen ist's, ganz hübsch und fein,
|: das möcht' so gerne Dienstmagd sein"". :|

9. ""Ach Mägdelein, du bist ja viel zu klein,
|: so gehst du auch gern mit den Herrelein?"" :|

10. ""Ach nein, ach nein, das tu ich nicht,
|: meine Ehre mir viel lieber ist."" :|

11. ""Ach Mägdelein, dich ding ich nicht,
|: du bist zu schön von Angesicht"". :|

12. ""Ach ding mich nur ein halbes Jahr,
|: ein halbes Jahr auf sieben Jahr."" :|

13. ""Ach Mägdelein, du bist so hübsch und so fein,
|: meinem Mann könnt'st du viel lieber sein!"" :|

14. ""Ach nein, ach nein, das will ich nicht,
|: ich will erfüllen meine Pflicht."" :|

15. ""Sie griff das Mädchen bei der Hand
|: und setzt es auf die Dienstmagdsbank. :|

16. Sie dingt das Mädchen auf ein Jahr,
|: daraus da wurden sieben Jahr. :|

17. Die sieben Jahre wurden lang,
|: das Mädchen wurde zu Tode krank. :|

18. Man fragt sie hin, man fragt sie her,
|: woher denn ihre Eltern wär'n. :|

19. ""Ach Mädchen, du bist ja sterbenskrank,
|: sag' mir, wo ist dein Vaterland?"" :|

20. ""Ach, meine Eltern sind nicht weit,
|: meine Mutter steht zur rechten Seit'!"" :|

21. ""Das kann nicht sein, das kann nicht sein,
|: sonst wärst du ja mein Schwesterlein"". :|

22. ""Mein Vater ist Pfalzgraf an dem Rhein,
|: meine Mutter ist Königstöchterlein"". :|

23. ""Das glaub' ich nicht, das glaub' ich nicht,
|: daß du meine jüngste Schwester bist"". :|

24. ""Und so du es nicht glauben willst,
|: so geh' an mein Kist' und lies. :|

25. Darinnen liegt ein schönes Band,
|: das ist meinem Vater und Mutter bekannt. :|

26. Und in dem Eckschrein liegt ein Ring,
|: da steht meines Vaters Name drin"". :|

27. Und als sie an die Kiste kam,
|: da war ihr Herz so voller Gram. :|

28. Und als sie es gelesen hat,
|: da rannen ihr die Tränen ab. :|

29. ""Ach hättest du mir längst gesagt,
|: daß du meine liebe Schwester warst. :|

30. Du sollst in Samt und Seide gehn,
|: denn Samt und Seide stehn dir schön."" :|

31. ""Ach Samt und Seide mag ich nicht,
|: dafür ist mir meine Ehr' zu lieb."" :|

32. ""Ach Mann, ach Mann, bring Weck und Wein,
|: daß ich und meine Schwester lustig sein."" :|

33. Sie brachten ihr nun Weck und Wein.
|: ""Nun trink, mein liebes Schwesterlein."" :|

34. ""Ich brauch kein Weck, ich brauch kein Wein,
|: ich will zum kühlen Grab hinein. :|

35. Macht mir ein hölzern Kästelein,
|: darin will ich begraben sein. :|

36. Ein schneeweißes Kleid, ein Bretterhaus,
|: damit will ich zum Tor hinaus. :|

37. Zum Tor hinaus und nicht hinein,
|: die Erde soll meine Decke sein. :|

38. Ich will hinauf zu Jesu Christ,
|: wo er über mich sein Urteil spricht."" :|
language ISO 639deu = german / allemand / deutsch / deutsch
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