Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Der grimmig Tod mit seinem Pfeil

Liedtext

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first_line1. Der grimmig Tod mit seinem Pfeil
lyric1. Der grimmig Tod mit seinem Pfeil
tut nach dem Leben zielen.
Sein Bogen schießt er ab mit Eil
und läßt nicht mit sich spielen
Das Leben schwindt wie Rauch im Wind,
kein Fleisch mag ihm entrinnen.
kein Gut noch Schatz findt bei ihm Platz:
du mußt mit ihm von hinnen.

2. Kein Mensch auf Erd uns sagen kann,
wann wir von hinnen müssen;
wann kommt der Tod und klopfet an,
so muss man ihm aufschließen.
Er nimmt mit G'walt
hin Jung und Alt,
tut sich vor niemand scheuen.
Des Königs Stab
bricht er bald ab
und führt ihn an den Reihen.

3. Vielleicht ist heut der letzte Tag,
den du noch hast zu leben.
O Mensch, veracht nicht, was ich sag:
nach Tugend sollst du streben!
Wie mancher Mann
wird müssen dran,
so hofft noch viel der Jahren,
und muss doch heint,
weil d' Sonne scheint,
zur Höll hinunter fahren.

4. Der dieses Liedle hat gemacht,
von neuem hat gesungen,
der hat gar oft den Tod betracht'
und letztlich mit ihm gerungen.
Liegt jetzt im Hohl,
es tut ihm wohl,
tief in der Erd geborgen.
Sieh auf dein Sach,
du mußt hernach.
es sei heut oder morgen.

5. Fieng an zu schweren trutziglich
der Teufel soll ihn hollen
wann hab ein Metzte Korn ich
derhalb soll er sich trolle
undd schawen wa er ein bekomm
auff den marckt soll er lauffe
gehn Zürich da find er umb und umb
wie viel er wöll zu kaufen.

6. Und wiss den Armen schentlich ab
in dem so kam begange
der Teuffel als ein langer Knab
un thet in schnell umbfangen
Unn führt in den Stadel nauss
thet ihn das Korn weissen
darnach er ihn mit grossem Grauss
wider die Wand thet schmeissen.

7. Und führet ihn Leibhafftig darvon
augenblick thet verschwinden
kein haut noch har am Bawrn nun
kein Mensch mehr kunde finden
Gott weist wa er hin kommen ist
o Mensch nimb das zu Hertze
Und mache dich zu gott gerüst
Er lasst nicht mit ihm schertzen.

8. Ach wie ist doch die Welt verkehrt
an allen ort und enden
man nur das zeitlich gut begert
das ewig bleibt dahinden
mannicher nensch ist so verrucht
umb das Gottlos gelte
muthwillig leib und See verflucht
also gehts in der Welte.

9. Mannicher wol mit unverstandt
seim nechste thut versagen
dess er doch hat in seiner Hand
gar sichtbarlich thut tragen
verpfend dem Teuffel Leib und Seel
thut seiner nit verschonen
da doch der Teuffel in der Höll
im ewiglich wirt lohnen.

10. Wie kan die Erden gegen Frucht
weil der Mensch so verwegen
sein Gott im Himmel selb verflucht
an dem ist alles gelegen
die Stern und auch die Element
man schröcklich thut verschweren
das Hochwürdig Sacrament
mann gröblich thut unehren.

11. Derhalben muss der liebe Gott
des Gottloss Leben straffen
den frommen helfen auss der noth
keiner wirt ihm entlauffen
o du Geitzhals was würst du thun
vor dem richter dess Herrn
wirst du empfahen bösen Lohn
das Fewr wird dich verzehren.

12. Derhalben o mein frommer Christ
an Gott thu nicht verzagen
und wann du schon hie Arm bist
thu das gedultig tragen
denn wer gedultiglich hie leidt
in Jesu Christi Namen
diesen wird Gott mit grosser frewt
helfen in Himmel.
Amen.
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