| lyric | 1. Auf den Wald und auf die Wiese mit dem ersten Morgengau träuft ein Quell vom Paradiese, leiser, frischer Maientau; was den Mai zum Heiligtume jeder süßen Wonne schafft, Schmelz der Blätter, Glanz der Blumen; Würz’ und Duft ist seine Kraft.
Wenn den Tau die Muschel trinket, wird in ihr ein Perlenstrauss! Wenn er in den Eichstamm sinket, werden Honigbienen draus. Wenn der Vogel auf dem Reise kaum damit den Schnabel netzt, lernet er die helle Weise, die den ernsten Wald ergötzt.
2. Mit dem Tau der Maienglocken wascht die Jungfrau ihr Gesicht, badet sie die goldnen Locken, und sie glänzt von Himmelslicht; selbst ein Auge, rotgeweinet, labt sich mit den Tropfen gern, bis ihm freundliche niederscheinet taugetränkt der Morgenstern.
3. Sink denn auch auf mich hernieder, Balsam du für jeden Schmerz! Netz’ auch mir die Augenlieder, tränke mir mein dürstend Herz! Gib mir Jugend, Sangeswonne, himmlischer Gebilde Schau, stärke mir den Blick zur Sonne, leiser, frischer Morgentau. |