| lyric | Am Rosenstrauch im stillen Grund ein Walbach zog vorüber. Das Röslein hatt’ so roten Mund, der Bach, er rauscht’ herüber. Er blinkt und winkt ihm fort und fort, das Röslein war so glücklich dort in seinem stillen Grunde.
Da schlich der Bach sich leis heran und schwätzt in süssen Weisen, manch’ lockend Verslein hub er an Vom Wandern und vom Reisen, von neuer Lust an neunem Ort. „Ach“ seufzt das Röslein, „ach, könnt ich fort aus diesem stillen Grunde.
DAs Röslein neigt zum Bach sich vor, wollt’ immer mehr noch wissen; der Bach, er flüstert ihm ins Ohr; vom Flüstern kam’s zum Küssen, und Blick um Blick und Wort um Wort, bis er geküßt das Liebchen fort aus seinem stillen Grunde.
Das Röslein mit dem falschen Bach ist in die Welt geschwommen und ist zuletzt mit Weh und Ach verblichen und verkommen. Du armes, schönes Röslein du, so fand dein Herz doch endlich Ruh’ in einem stillen Grunde. |