| lyric | 1. Es blühen die Maien bei kalter Winterszeit, ist alles voll Freuden auf unsrer Schäfersweid. Ja alles ist in schänster Blüt, die Erd bringt süßen Geruch herfür. Es singet und klinget; mit Flöten blasen, Harfen schlagen ich mag’s euch ja nicht all’s sagen, was sich zugetragen.
2. Heut ist uns geboren der Heiland dieser Welt, und Gott ist Mensch worden, wie jene Stimm vermeldt. Es singt die schöne Nachtigall, ich seh vom Himmel einen Strahl, von ferne auf Erden. Es steigt die Sonn vom Himmelssaal und neiget sich auf einen Stall, die Engel singen all.
3. Ein schönes Kindleinl es liegt auf bloßem Heu, in lieblichen Windleinl zwei Tier sind nebenbei und schnaufen seine Füßlein an, daß ihm der Frost nicht schaden kann. Es greinet und weinet, ist denn in dieser ganzen Stadt kein Ort, daß Gott ein Herberg hat? O wohl ein Schand und Spott!
4. Ach ruhe, ach schlafe, o allerschönstes Kind! Ich wache und klage, bereue meine Sünd. Es ist ja heut die letzte Nacht, die ich in Sünden g'schlafen hat will büßen, es fließen die Tränen voll ins Angesicht. Ach liebes Kind, verlaß uns nicht wenn jene Stund anbricht!
5. Ach Kindlein, laß g'schehen, daß ich in voller Freud dich einmal kann sehen in deiner Herrlichkeit! Du wirst einmal mein Richter sein. und ich werd viel zu g'ring erschein'. Dein Weinen laß scheinen! Gib mir noch heute wahre Reu, weil noch die Zeit der Gnaden sei! O Kindlein, steh mir bei! |