| lyric | 1. Macht man im Leben kaum den ersten Schritt, bringt man als Kind schon eine Träne mit; und Freudentränen gibt als ersten Gruß dem Kind die Mutter mit dem ersten Kuß. Man wächst empor dann zwischen Freud’ und Schmerz, es zieht die Liebe in das junge Herz, und offenbart das Herz der Jungfrau sich, spricht eine Träne: „Ja, ich liebe dich!“
2. Wie schön ist doch die Träne einer Braut, wenn dem Geliebten sie ins Auge schaut! Und werden beide sie erst Weib und Mann, da geht der Kampf mit Not und Sorgen an. Doch wenn der Mann die Hoffnung schon verlor, blickt noch das Weib vertrauensvoll empor zur Sternenwelt, zum heitern Himmelslicht, und eine Träne spricht: Verzage nicht! Und eine Träne spricht: Verzage nicht! 3. Der Mann wird Greis, die Scheidestunde schlägt, da stehn um ihn die Seinen tiefbewegt, und aller Augen sieht man tränenvoll, sie bringen sie als letzten Liebeszoll. ' Doch still verklärt blickt noch umher der Greis in seiner Kinder, seiner Enkel Kreis, im letzten Kampf, ja selbst schon im Vergehn, spricht eine Träne noch: Auf Wiedersehn! Spricht eine Träne noch: Auf Wiedersehn! |