| lyric | Im grünen Lenzerwalde, da ragt ein grauser Stein, Von Epheu übersponnen, in weiter Rund’ allein, Und durch die hohen Tannen rausche leis ein alter Sang Von Krieg und Siegesjubel, von Totenklage bang.
Hier stand die Römerfeste, beherrschend weit das Land, Das Forum rings umschlinget der Säulen schimmernd Band. An glanzgeschmückten Festen, in wildbacchant’scher Lust Das Volk vergisst der Götter, von Stolz erfüllt die Brust.
Doch warnend in dem Jubel ragt ernst der Stein empor; Aus hoher Tempel Hallen erschallt der Priester Chor: „Habt Erbarmen, ew’ge Götter, sehet mild auf uns herab, Nehmet gnädig dieses Opfer,schirmet uns in Tod und Grab.“
Brausende Stürme durchtoben die Lüfte, Flammende Blitze durchleuchten die Nacht Ein Donneschlag in dunkle Klüfte Versinkt die Stadt mit ihrer Pracht.
Und über ihrem Grabe ragt stumm der graue Stein, Bestrahlt von Sterngefunkel, getaucht in Mondenschein, Wie leise Geisterstimmen es rauschet durch das All, In BLütenzweigen singet ihr Lied die Nachtigall. |