| lyric | Maien auf den Bäumen, Sträusschen in dem Hag. Nach der Schmiede reitet Janko früh am Tag. Blütenschneegestöber segnet seine Fahrt, Lilien trägt des Rössleins Mähne, Schweif und Bart. Lacht der muntre Knabe: „Sag’ mir, Rösslein, traut: Bist bekränzt zur Hochzeit, doch wo bleibt die Braut?“
Horch, ein Pferdchen trippelt hinter ihm geschwind, Auf dem Pferdchen schaukelt ein holdselig Kind. Solch kleine Fante nimmt man auf den Schoss, Auf die Schulter wirft er’s spielend: „Böser Bube du! Weh! ich hab’ verloren meinen Lilienschuh.“
Rückwärts sprengt’ er suchend ein geraumes Stück. Wier er mit dem Schuhe eilends kam zurück, An des Kindes Stelle sass die schönste Maid. Da geschah dem Jungen süsses Herzeleid. Flüsterte die Schöne: „Liebster Janko mein, Hab’ ein kosbar Ringlein, strahlt wie Sonnenschein. Bin dir hold gewogen, schenk’ es dir zum Pfand. Weh! ich hab’s vergessen, badend an den Strand.“
Wie er mit dem Ringlein wiederkehrte: schau! Hing gebückt im Sattel eine welke Frau. Ihre Zunge stöhnte: „Janko, du mein Sohn, Weh! ein Tröpfchen Wasser! Schnell! um Gotteslohn.“
Wie er mit dem Wasser kam zum selben Ort, War zu Staub und Asche Weib und Pferd verdorrt. |