| lyric | Ihr Freunde kommt zum Hochzeitsfest und schaut, ich hab ein neues Weib mir angetraut. Ich liess mich von der dürren Weisheit scheiden und nahm der Rebe Töchterlein zur Braut.
Hoch lodert meiner Liebe Flammenkuss, die Seele spricht, die Logik schweigen muss. O grosser Gott, ich bin verdorrt vom Durste, und vor mir fliesst ein klarer, frischer Fluss.
Verliebt sind wir und trunken allesamt, die in der Schenke sitzen. Sei verdammt, was Gut und Bös, was Traum, was Überlegung, Vernunft und Unsinn, wenn wir so entflammt.
Nur Trunkne hören, was die Rose spricht, ein Tor, ein enges Herz vernimmt es nicht. Verrate nicht, das seltene Geheimnis: im Rausche scheint am hellsten uns das Licht.
Mir scheint, die Rosen blühen rot wie Blut, wenn unterm Gras ein toter Caesar ruht, und ihre Düfte saugt die Hyazinthe aus einem Haupt, das einst voll Lebensmut. Bring Wein!
Noch ungestillt ist mein Verlangen, bring Wein, der Garten noch vom Schleierdunst umfangen, zur Ruhe ist zu früh die Nacht, mein Freund, komm, trinke, eh die Sonne aufgegagnen. |