| lyric | Der Bach, der schäumt am Waldrand vorbei, im Süden blaut es tief, die Hasel stäubt, die Imme ist da; ein munterer Finke rief laut in Kirschbaums Schlaf hinein: Bald wir dein Schlaf zu Ende sein! Dann stehst in weißem Kleid du da, in voller Blütenpracht; die Immen sind zu Tausenden hier, der klarblaue Himmel lacht!
Der Bach, der trollt am Kornfeld vorbei, der Wind darüber streicht, und Well’ um Well, Schatten und Licht, huscht über das Feld und bleicht die Ähre, die sich wiegt im Wind, das langbegrannte Sonnenkind.
Und höher steigt am Himmelszelt das Taggestirn und spannt den Bogen weiter, inbrünstig weit. Es fruchtet das Ackerland. Der Bach, der taumelt, farbenberauscht, trägt manch ein Blatt heran. Der Herbstwind weht, es wirbelt vom Baum, ein lustiger Tanz hebt an. Vom Kirschbaum flattert’s gelb und rot. Was heut’ sich freut, ist morgen tot.
Juchhei, ein bunte Drache steigt empor aus Ackerflur! Gib Schnur doch, gib noch mehr Schnur!
Der Bach, der gluckst und quirlt unter Eis, und schreitet stolz zu Tal. Die Hasel friert, die Waldsäge kreischt, bringt Riesen gar schnell zu Fall. Der Bach perlt bläulich übers Wuhr. Von Hang zu Hang führt manche Spur. Bald hüllet Nebel alle sein; doch nach der Winternacht steh’n Tann’ und Buche, Dornengestrüpp in glitzernder Rauhreifpracht.
Jahrein, jahraus, im Strome der Zeit, im Werden und Vergehn, blüht, grünt und fruchtet, was dir beschert, auch du bleibst am Strom nicht stehn. Du schreitest stets am Ufer mit, oh freu dich darob, halt guten Schritt! Ob’s lenzt, ob’s herbstet, einerlei: Freudvoll, getrost dein Schreiten sei! |