| lyric | Dort auf der Bergeshöh', was schimmert weiß wie Schnee? Nein, was weiß dort schimmert, ist ein weisses Ruhebette.
Und darinnen liegt der junge Hirt mit Wunden, seinen blut’gen Kopf mit Linnentuch verbunden. Neben ihm sein blanker scharfer Säbel blitzt, an der andern sitzt sein Mädel.
In der einen Hand hält er ein Tüchlein weiß, in der andern Hand ein grünes Birkenzweiglein. Mit dem Tüchlein tut sie ihm die Stirne streichen, mit dem Birkenzweig die Fliegen ihm verscheuchen.
„Liebster, du stirbst mir nichtm und du erholst dich nicht, dein Mund verrät mir nicht, wie lang du leben wirst.“
„Liebste, den Säbel dort sollst du mir reichen, daß ich im Spiegel seh’ die Wangen bleichen.“
SIe reicht den Säbel ihm und springt davon geschwind. Sie fühlt im Herzen tief, daß auf Verrat er sinnt.
„Der dir, Liebste mein, der dir den Rat jetzt gab, der hat dich lieb gehabt!“
„Keiner gab den Rat mir, hab’ mich selbst entschieden. Denn in deinem Herzen steht Verrat geschrieben. |