| lyric | 1. Immer zu in der Hast, ohne Ruh, ohne Rast stürzt zur Tiefe der brausende Bach; seine Welle besprengt starren Fels der ihn engt, und die Wurzeln des Baums, der sich ihm wölbt zum Dach. Von grünen Farrn bekränzet hebt aus weissen Schäumen bemooster Stein das feuchte Haupt; vom Schmetterling umschwebt, vom frischen Nass bestaubt, hemmt er den Bach, aber der kann nicht säumen.
Droben in der Alpenhütte wohnet meine Braut; Wildbach, hat sie dir, ich bitte gar nichts anvertraut? Nicht ein Wort? O wär ich dort.
2. Aus des Bergs dunklem Spalt strömt der Quell, frisch und kalt, vor der ewigen Nacht auf der Flucht; fliesst bald ruhig und mild durch das grüne Gefild, tost bald tief in der Klippen grausig düstrer Schlucht. Den Felsen netzend wird der Bach ihn unterwühlen, in jugendlichem Uebermut reisst der den Uferrand hinunter in die Flut und liebt’s die Tannen zur Tiefe zu spülen.
3. So der Schall niederstürzt und im Fall, Weg sich kürzt bis er müde der wütenden Hatz, in dem Lauf inne hält unter laubigem Zelt und sich Ruhe vergönnt an friedlich stillem Platz. Die sprühenden Tropfen einen sich zum Wasserspiegel und spielend treiben sich im Kreis der knorr’ge Tannenstamm, das schlanke Blütenreiss die er entrissen dem walidgen Hügel. |