| lyric | So füllt mir den Becher, so füllt ihn zum Rand, Fürs scheiden, ihr Brüder, fürs scheiden! Die Sonne geht nieder, trüb dämmert das Land, Und so schwer ist’s, zu lassen, zu meiden. Doch der schönen, der sinkenden Sonne noch Entgegen heb ich den Becher hoch: Stoßt an! wir bleiben die Alten!
Dir bring ich, du feuriger Jugendmut, Dir bring ich zum ersten den Becher! Wie treibst du geschwinder und Heller das Blut Auch dem trüben, dem scheidenden Zecher! Hoch schlagen die Pulse, die Wange glüht, Was kümmert es uns, ob die Blume verblüht — Stoßt an! Wir bleiben die Alten!
Und zum zweiten hoch die Becher empor: Mag verbrausen die flüchtige Jugend, Stolz tritt und stark ins Leben hervor Des echten Mannes Tugend, Und der echte Mann, er hält auch die Treu, Drum hebet die Becher und rufet aufs neu: Stoßt an! Wir bleiben die Alten!
Und den letzten Schluck und den tiefsten Zug Der Freiheit, der Freiheit, Gesellen! Dem freien, dem stolzen Geistesflug Gradaus durch Winde und Wellen! Der Wahrheit allein gezollt den Tribut, Der Lüge getrotzt mit festem Mut! Stoßt an! Wir bleiben die Alten!
Der Becher ist leer, und das Scheiden brennt, So sinke, du Sonne, denn nieder: Geht alles einmal zu seinem End, Auch die Jugend, die Lust und die Lieder, Heran denn, du Arbeit des Lebens, heran Und schmiede den Jüngling zum festen Mann! Stoßt an! wir bleiben die Alten! |