Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

Z'Hilff, Muetter, z'Hilff! - Was isch auch Chind?

Liedtext

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first_lineZ'Hilff, Muetter, z'Hilff! - Was isch auch Chind?
lyricZ'Hilff, Muetter, z'Hilff! - Was isch auch Chind?
Gottlobunddank, ’s ist blöiß der Wind.
Es hät mer traumt, ’s syg neimewo
Äs Wasser, teuff und zündchnistblo,
Wie äne Fluß im Buech, der Rhy.
Und ’s ist mer cho, äs Schiff heig’s dri.
I styge i und fiehr dervo.
Zäntume i dä Porte no
Hat’s Wybärg, Döirffer, Burge ka.
Ha z’luege, was i luege cha.
Ä schöini Wält, voll Sunneschy.
Wie gfellig müend do d’Mäntsche sy!
Und wie mys Schiffli ase goht,
Se gwahri, wyt im Oberot
Ä Chileture. Ich druf zue.
Är wachst und wachst äs wien ä Flueh
Us Weid und Wald. Jetz gsehni ’s Chrütz.
Äs glitzered äs iwen ä Blitz;
Und drunder zue hät’s Dach a Dach.
Breit wien ä See ist jetz my Bach.
Ästadt lyt vor mer und ä Brugg.
Jetz gibi gschwind im Schiffli lugg,
Und gumpe wie dr Täll as Port. -
„Ihr Lüt, was ist das für nes Ort?“ -
„He“, sait ä Bueb, „’s ist d’Chaiserstadt.“
Ha währli gemint, ’s verschlieg mer’s grad.
I gseh dr Chüng scho uf em Tron
Und uf sym Chopf die guldi Chron.
„Se säg mer, Bueb, wo wohnt dr Chüng?“
Är düted ufe Hüserring:
„Det lyt r wo dr Ture stoht
Bi dise; är und all sind tod.“ -
„All Chüng tpd?!“ Es wird mer gschmucht.
„Jo, au dr hinderst“, macht r ducht,
Und redt nümeh. Es dimm’red scho.
Und due, i weiß nüd wie ’s ist cho,
Se stohni vor dr Chiletür.
Und orgeled’s nüd innevür?
Und öbi rächt weiß, woni bi,
Se bini i dr Chile gsy.
I mach mi vüre bis as Chor.
Äs ysis Gitter ist dervor,
Und Grab a Grab hät’s hinnedra,
Vo Marvelstei. I luege s’ a.
Es schnützeled mer schier ächly.
Cha ’s ebig Liecht nüd rüebig sy?
Und jetz im Chor, was hät si grohd’t? -
Im erste Grab ä Chüng ufstoht.
Är hät ä guldne Reuff ufgleit,
Äs Schärt i syne Füste trait. -
„Wer bist du, Ma im guldne Ring?“ -
’s wird müslistill. „Dr vorderst Chöng.“ -
„Und säg au, Chüng, wo höst dys Rych?“ -
Ä zweite Ma, i diesem glych,
Stoht u und düted ufe Dritt:
„Frog äne!“ Äne tuet ä Düt
Im Vierte, Füfte. Höirt’s dä nie?
’s chänd Chrone; nei wie züsled die!
Jetz chunt dr letzt. Där trait ä Huet
Wo Yse und äs Schwärt voll Bluet.
„My Rych?“ Wie ist där Chüng se bleich!
Sys Schwärt zündt wien ä Wätterleich, -
„Mys Rych? Ich und my Väter wärt,
Mer hend ’s vergässe, frog mys Schwärt!“
Är sait’s und ist versunke gly;
Und didi au. Im Dimmerschy
Lyt nuu äs Schwärt uf jedem Stei.
Und due, äs wieni stoh ällei,
Stönd d’Schwärter uf und wärded rot.
Us jedem ä Sprützbrunne goht,
Vo jedem lauft ä Tschätterbach.
Und d’Mure bibned, ’s chrosed ’s Dach.
Äs lot si uf, d’Wält wird ä See
Vo Bluet! - O Muetter, was wär gscheh
hett ich nüd üi Stimm verno!
O Muetter, o wie bini froh,
Bin i bi ü und i dr Schwyz! -
Jo, jo, du chlyne Wunderfitz,
Jetz, dänki, häst die Märli satt,
Vo Chüngerych und Chaiserstadt,
Und ghalt’s: ’s git gwüß kei bas’ri Gab
As üsers Ättis Hirtestab.
language ISO 639gsw = german swiss / allemand suisse / schweizerdeutsch / schwyzerdüütsch
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KapitelD'Chaiserstadt.Gedicht