| lyric | Ein Hahn steht auf dem Hühnerhof inmitten seiner Frauen, in seinem bunten federkleid gar herrlich anzuschauen, wie majestätisch wendet er sein Haupt nach hier und dort; damit ihm nicht von ungefähr läuft eine Henne fort.
Da kommt vom nachbarlichen Fleck mit stolz geschwollenem Kamm ein Artgenosse dreist und keck, drum keineswegs sehr lahm: Und schon ein Schrei! Ganz fürchterlich dringt grell an unser Ohren: die tollen Hähne raufen sich mit Schnäbeln und mit Sporen!
Der Kampf wogt hin, der Kampf wogt her, daß hoch die Federn fliegen! der fremd sich amüsieren wollte, blieb auf der Strecke liegen. Mit letzter Kraft schleppt er sich dann noch grad an’s Mauerloch. „Zu Haus denkt unser Gockelhahn, bin ich mein eigner Koch!“
Und wieder auf dem Hühnerhof inmitten seiner Frauen, in seinem bunten Federkleid gar herrlich anzuschauen, steht unser Hahn. erlöst von Qual guckt er nach hier und dort und denkt: bei solcher Kampfmoral läuft keine Henne fort! |