Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Einst hütet' ich Herden in der Heimat

Liedtext

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first_line1. Einst hütet' ich Herden in der Heimat
lyric1. Einst hütet' ich Herden in der Heimat
und stieg auf die Höhene, zu sehen,
weas mein Auge erquick’.
In Sommertagschwüle,
wo rings Alles schwieg,
unter Bäumen, in Träumen
fühlt ich seliges Glück.
Wo ich nun gehe, wohin ich spähe,
sonnig seh ich immer
goldner Jugend Schimmer
vor meinem Blick,
und während, sich sehnend
kehrt mein Wunsch zu ihr zurück.

2. Des Abends im Herbst ihre Heimat verläßt,
bringt sitzend und schnitzend
ich das Feuer knistern hört?
Und neben mir strickte die Schwester, lieb und wert,
und sinnend saß spinnend die Mutter hochgeehrt.
Wo sind geblieben all meine Lieben?
Meine Seele bangend, nach dem Glück verlangend,
das ihr verwehrt, möcht’ eilen und verweilen,
wo ihr Eden auf der Erd’.

3. Die Schwalbe im Herbst ihre Heimat verläßt,
bringt die Sonne neue Wonnen, kehrt sie heim zum alten Nest.
Doch mich, den Verbannten das Schicksal verstößt,
läßt mich wandern zu Andern, keine Heimkehr hoffenläßt.
Wo find hienieden Ruh ich und Frieden?
Bittre Reu und Kummer stören meinen Schlummer,
nichts, das mich tröst’, sich des Armen wollt erbarmen
und sein Sehnen erlöst!
language ISO 639deu = german / allemand / deutsch / deutsch
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SeiteDer VerbannteVolkslied / VolksweiseSSA