| lyric | Lächelnd sinkt der Abend nieder, rings erschallen Jubellieder, alles jauchzt in froher Lust; und sich liebend zu vereinen, zählt das Vateraug’ die Seinen, sucht das Kind der Mutter Brust.
Aber, aus dem Freudenkreise, Einsam trauernd schleicht die Weise, Sie vermisst kein fühlend Herz. Allen Stürmen Preis gegeben, irrt verlassen sie durch’s Leben, in der Brust den tiefen Schmerz.
Da plötzlich hehr und mild, naht ihr des Freundes Bild, und mit gefühltern Schlägen, klopft ihm ihr Herz entgegen, was sie in guten Stunden geträumt, gehofft, empfangen, was sie entberht, beweint, in ihm ist es vereint.
Keine Hoffnung die ihr bliebe! Namenlos ist ihre Liebe, unnennbar ist ihre PEin, jeden Tag vor ihm sich zeigen, schweigend lieben, liebend schweigen, schneiden und vergessen sein.
verschmäht, verbannt, verstossen, folgt Sturm und Ungemach, der Heimath-Elternlosen, auf allen Wegen nach.
Die Welt kennt nicht Erbarmen, Sie fühlt nur eig’ne Noth, Was bleibt der trostlos Armen? Verzweiflung, Wahnsinn, Tod?!
Nein! hold lächend wie Aurore Öffnest du die goldne Thore Der Verlassenen, heil’ge Kunst. Sang und Saitenspiel ertönen, Sanfter rinnt der Strom der Thränen, In der Sonne deiner Gunst. Du erhebst das Leid zum Liede. Dir erblüht ein kurzer Friede Mild in sturmbewegter Brust. Und aus trüber Thränenquelle Hebt melodisch sich die Welle, Labt den Schmerz, wehmüth’ge Lust. |