| lyric | Jung Maienblust und Fliederflor erschimmert hell im Tale, aus trautem Städtlein ragt empor der Turm der Kathedrale, tief hinter ihm in weitem Kranz der Berge Silberfirnen, es glüht der Abendsonnenglanz auf ihren hohen Stirnen.
Da hbet ein eigen Läuten an, im Abendwind, dem frischen, ein helles Glöcklein singt Sopran, weich klingt ein Alt dazwischen, horch auf, schon fängt mit tieferm Klang ein drittes an zu klingen, und eh’ ein viertes leise sang, will schon ein fünftes singen.
und mit dem jungen Glockenchor und seinem frohen Locken erschallt im flehenden Tenor das große Volk der Glocken; wallt und wogt in dumpfen Baß und will sich nimmer legen und endlich spricht das tiefe As den allten heilgen Segen!
Gott höre deiner Glocken Flehn, schau hin auf all’ die Blüten, wie schön die jungen Saaten stehn und wolle sie behüten! Behüte sie vor Reif un Tod, gib Sonnenschein und Regen, gib uns dein heilig täglich Brot und deinen Vatersegen!
So schweben wohl neun Glocken weich hin über Wald und Weiten, neun lichten Engelschören gleich, die durch die Lande schreiten, und jedes Tönlein neigt sich sacht zu einer weißen Blüte, daß dich der Herr in dunkler Nacht behüte vor Reif und Tod! |