Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Ich war noch so jung

Liedtext

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first_line1. Ich war noch so jung
lyric1. Ich war noch so jung
und doch schon so arm,
kein Geld hatt ich gar nicht,
dass Gott sich erbarm!
So nahm ich meinen Stab
und meinen Bettelsack
und pfiff das Vaterunser
den lieben langen Tag.

2. Und als ich kam
vor Heidelberg hinan,
da packten mich die Bettelvögd
gleich vorn und hinten an;
der eine packt mich hinten,
derandre packt mich vorn:
Ei, ihr verfluchten Bettelvögd,
so lasst mich ungeschorn!

3. Und als ich kam
vors Bettelvogd sein Haus,
da guckt der alte Spitzbub
zum Fenster heraus.
Ich dreh mich gleich herum
und seh nach seiner Frau;
Ei, du verfluchter Bettelvogd,
wie schön ist deine Frau!

4. Der Bettelvogd der fasst
einen grimmen Zorn,
er lässt mich ja setzen
im tiefen, tiefen Turm!
bei Wasser und bei Brot;
Ei, du verfluchter Bettelvogd,
krieg du die schwere Not!

5. Und wenn der Bettelvogd
gestorben erst ist,
man sollt ihn nicht begraben
wie ’nen andern Christ;
Lebendig ihn begraben
bei Wasser und bei Brot,
wie mich der alte Bettelvogs
begraben ohne Not.

6. Ihr Brüder seid nun lustig,
der Bettelvogd ist tot:
Er hängt schon im Galgen
ganz schwer und voller Not;
In der verwich’nen Woch
am Dienstag um halb neun,
da haben sie’n gehangen
in Galgen fest hinein.

7. Er hätt die schöne Frau
beinahe umgebracht,
weil sie mich armen Lumpen
freundlich angelacht.
In der vergangnen Woch,
da sah er noch hinaus,
und heut bin ich bei hr,
bei ihr in seinem Haus.
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SeiteDer BettelvogdChormusik; Volkslied / VolksweiseSATB; Pn.
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