Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. O Frankerych, o Frankerych,

Liedtext

indexcontent
first_line1. O Frankerych, o Frankerych,
lyric1. O Frankerych, o Frankerych,
[O Frankrych, o Frankrych,]
verfluechtes Jammertal,
in dier ist nichts zu finden
als luter Angst und Qual,
Die Offizier sind hitzig,
der Stab ist viel zu groß,
miserabel ist das Leben,
das man hier führen mueß.

2. Jetzt geht das Früehjar an
Und da giebt’s eine große Hitz,
Und da müessen mier exerzieren
Bis uns der Buggel schweitzt.
Da müessen mier exerzieren
Vom Morge bis Mittag
Und das verfluecht, verdammte Läb’n,
Das währt das ganze Jahr.

3. Komm ich vom Exerzieren
Mueß wiederum auf die Wacht,
kein Tüfel tuet mich fragen,
Ob ich au g’fressen hab;
Kein BRandwyn in der Flasche,
kein wyßes Brod darby,
Mueß schlechten Tuback rauchen,
Darzue noch schuldig sy.

4. Komm ich auf die Parade,
Thue einen falschen Schritt,
So thuet der Hauptme ruefen:
„Der Kerl mueß aus dem Glied!“
Patronentasch heruner,
Zwei Unteroffizier,
Die hau’n mier auf das Leder,
Daß ich krepiere schier.

5. Es soll sich niemand wundern,
Wenn einer dessertiert:
Mier werden wie die Hunde
Mit Schlägen strapliziert,
Bekommt man und dann wieder,
So hängt man nicht auf,
Das Kreigsgericht thuet sprechen:
„Der Kerl mueß Gassenlauf!“

6. Und wenn ich Gassenlauf,
Dann spielet man mier noch auf
Mit Trummen und mit Pfyfen,
Dann geht es tapfer drauf.
Asldann da wird gehauen,
Musktier und Grenadier,
Der eine hat Bedauern,
Der andre gönnt es mier.

7. Und wenn wir werden alt,
Wo wenden wier uns hin,
Die Gesundheit ist zum Tüfel,
Die Kräfte sind dahin.
Alsdann da wird’s denn heiße:
Ein Vogel und kein Nest,
„Gang Alter, nim de Bettelsack,
Soldat bist du gewest!“
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