| lyric | Freut euch, ihr Alten und ihr Jungen, jetzt kommt der Winter und der Sommer.
Es streiten Sommer sich und Winter, sind beides doch Geschwisterkinder.
Sie streiten beide um ihr Recht, will jeder Herr sein, keiner Knecht.
Nun merket auf und gebet acht, der Sommer jetzt den Anfang macht:
1. Ich bin der Sommer schön, ich will mich zwar niciht rühmen, die Herren, die werden verstehn. Im Frühling, wenn die Blumen blühn, färb ich die ganze Welt in grün, drum Winter, räum das Feld!
2. Ich bin der Winter hart, ich bin wohl ein gar frischer Mann, trag auch ein langen Bart; mien Bart der ist voll Schnee und Eis, ich färb die ganze Erde weiß, drum Smmer, sei mein Knecht!
3. Wenns Frühjahr kormnt herein, da fang ich an zu pflanzen in meinem Gärtelein. Die Blumen blühen wie ein Wald, die Vöglein singen jung und alt, und alles tut fröhlich sein. 4. Wenn Weihnacht kommt herein, da schlacht ich mir ein fettes Schwein, da schlacht ich mir ein Schwein, ein fettes Schwein und ein fettes Kalb. Sommer, sei mein Knecht, ich geb dirs halb du mußt mich rechtv verstehn. 5. Wenn kommt Johannistag, da mäh ich meine Wiesen, viel Futter ich mir mach; ich mach mir Futter für das Vieh, viel Schaf und Kühlein ich aufzieh. Schau Winter, das kannst du nicht! 6. Wenn Fastnacht kommt heran, da back ich fette Kuchen in meiner kupfer'Jgn Pfann; da spick ich mir den Bart ganz fett und leg mich in das warme Bett,- meine Herren, und das ist recht. 7. Ei Winter, jetzt ists aus. Ich sage dir kurz mit einem Wort: Scher dich zum Tor hinaus! Ich will dich werfen in den Strauch, den Zottelbart rupf ich dir aus, die Sorge soll dich verzehrn. 8. Ei Sommer, tu das nicht, ich will mich ja ergeben, will leben nach deiner Pflicht. Bist du der Herr, bin ich der Knecht, da haben wir alle beide recht, drum geb ich dir die Hand. 9. 0 Gott, der uns erschuf: den Winter und den Sommer zu deiner Ehr und Ruhm! Der Sommer und der Winter sind beid Geschwisterkinder. Zu End ist unser Streit! |