Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Als noch Arkadiens gold'ne Tage

Liedtext

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first_line1. Als noch Arkadiens gold'ne Tage
lyric1. Als noch Arkadiens gold'ne Tage
mich jungen Burschen angelacht,
wie hab' ich da in süssem Taumel
die frohen Stunden hingebracht;
leicht war mein Herz und leicht mein Wechsel,
die gar zu bald davongerauscht!
Und doch hätt' ich mit keinem Fürsten
in jener Seligkeit getauscht:
War selbst ein Fürst der Freude ja, o gold'ne Akademia!
2. Zwar tät’ mein Vater häufig schreiben:
Mein Sohn, geh’ ins Kollegium!
Doch oftmals wider meinen Willen
bracht mich der Zufall neckisch drum;
bald galt’s ein Fässchen anzustechen,
bald lag ich draussen auf Mensur!
Die Lust am Zechen und am Pauken
liegt in des Burschen Frohnatur:
Wer schilt das krasse Füchslein da? 0gold'ne Akademia!
3. Ging ich entlang die engen Gassen,
auf's Haupt das Cerevis gedrückt,
hei, wie die schmucken Mädchen lachten,
wenn freundlich ich emporgenickt;
den Weibern war ich wohlgewogen,
als stets verliebter Musensohn,
gern hätt ich aller Herz besessen,
doch eines war mein eigen schon:
des schönsten Mädchens, das ich sah, o gold'n Akademia!
4. Ach, pfeilschnell flogen die Semester,
ein altes Haus nennt man mich heut',
nun hat auch mir auf meine Locken
der Winter seinen Reif gestreut;
doch nimmer will ich dich vergessen,
der holden Freiheit Paradies,
die schönste Zeit in meinem Leben,
da ich noch flotter Bursche hiess:
stets bleib’ ich dir im Geiste nah, o gold’ne Akademia!
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