| lyric | 1. Beneidet mich nicht allzusehr, ihr Herren Kommilitonen; dem Burschen macht's das Herz oft schwer, am Limmatstrand zu wohnen; da führt manch wunderschöner Weg wo anders hin als in's Kolleg! Ja, ihr an Spree und Pleisse habt's leichter mit dem Fleisse!. 2. Ich seh' den Uto, grün belaubt, mir in den Hörsaal winken, seh' manches hohe Bergeshaupt im Sonnenglanze blinken; es lockt mich hier der blaue See, es grüsst mich dort der ew’ge Schnee, - sollt' ich da nie entgleisen, ich braucht' ein Herz aus Eisen! 3. Wenn ich einst als Professor hätt‘ Pandekten vorzutragen, Iiess' ich mit zollesdickem Brett die Fenster erst verschlagen; und läs’ euch dann bei Lampenlicht, dass Tödi und Clariden nicht uns in die Hefte blicken und uns den Sinn berücken! 4. Nichts ist dem Burschen so verhasst wie die Examenhölle, liegt sie nun gar, zum Hohne fast, just an der schönsten Stelle: Der Schweizer Alpen volle Pracht schaut dir, du Ärmster zu und lacht, und du musst stille sitzen und Blut und Tränen schwitzen! 5. Hatt'st eines Tages du Randal und musst’s im Karzer büssen, siehst leuchten du im Sonnenstrahl ein Paradies zu Füssen; und doppelt, armer Tantalus, macht solch ein Kerker dir Verdruss, den du, wärst du auf Reisen, für Geld dir Iiessest weisen. 6. Und doch, wär mir die Wahl gestellt, ich würds nicht lang bedenken: nach keinem andern Ort der Welt tät ich die Schritte lenken. Und muss ich einst Philister sein, denk ich voll Wehmut, Zürich, dein, — doch heut’ darf ich noch singen und dir'nen Ganzen bringen! |