| lyric | 1. Hier lagern wir am Heckendom im Gras und grünen Ranken und trinken aus dem vollen Horn den goldnen Wein aus Franken. Es geht herum im Kreise und kommt zur Ruhe nie, ja nie, dazu ertönt die Weise: Zieh, schimmel, zieh!
2. Es sollt’ einmal ein Klosterknecht vor langen, langen Jahren Weinfässer in dem Korbgeflecht hinab zum Kloster fahren. Es stak im StraBenkote das Rößlein bis zum Knie, ja Knie, der Fuhrmann schrie und drohte: ,,Zieh, Schimmel, zieh,ja zieh!“ Der Fuhrmann schrie und drohte: „Zieh, Schimmel, zieh!“
3. Es knarrt das Rad, die Mähre dampft, es kracht die Wagenleiter. Der brave Schimmel keucht und stampft, der Arme kommt nicht weiter. Er steht und senkt die Ohren trotz Peitsche, hott und hüh, ja hüh, Die Mahnung ging verloren: Zieh, Schimmel, zieh, ja zieh. 4. Da sah der Knecht die Fässer an und sprach: „Sie sind zu schwere, ich glaube, es ist wohlgetan, wenn ich das kleinste leere.“ Aus trank er eins der Fässer, der Wein ihm Kraft verlieh, ja-lieh, dann rief er: „Jetzt geht’s besser, zieh, Schimmel, zieh, ja zieh!“ 5. Vorm Kloster hielt am siebten Tag das Schimmeltier, das brave, und auf den leeren Fässern lag der Klosterknecht im Schlafe. Des Pfortners Lachen hallte, der Priör Zeter schrie, ja schrie, der Fuhrmann selig lallte: „Zieh, Schimmel, zieh, ja zieh 6. Dann sprach der Prior mit Bedacht: „Wir wollen ihm vergeben; wo man den Bock zum Gärtner macht gedeihen keine Reben. Der Wein sei ihm gegonnen, noch manches Faß ist hie, ja hie, steckt an den Ladebronnen! Zieh, Schimmel, zieh, ja zieh! |