Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. Hier lagern wir am Heckendom

Liedtext

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first_line1. Hier lagern wir am Heckendom
lyric1. Hier lagern wir am Heckendom
im Gras und grünen Ranken
und trinken aus dem vollen Horn
den goldnen Wein aus Franken.
Es geht herum im Kreise
und kommt zur Ruhe nie, ja nie,
dazu ertönt die Weise:
Zieh, schimmel, zieh!

2. Es sollt’ einmal ein Klosterknecht
vor langen, langen Jahren
Weinfässer in dem Korbgeflecht
hinab zum Kloster fahren.
Es stak im StraBenkote
das Rößlein bis zum Knie, ja Knie,
der Fuhrmann schrie und drohte:
,,Zieh, Schimmel, zieh,ja zieh!“
Der Fuhrmann schrie und drohte:
„Zieh, Schimmel, zieh!“

3. Es knarrt das Rad, die Mähre dampft,
es kracht die Wagenleiter.
Der brave Schimmel keucht und stampft,
der Arme kommt nicht weiter.
Er steht und senkt die Ohren
trotz Peitsche, hott und hüh, ja hüh,
Die Mahnung ging verloren:
Zieh, Schimmel, zieh, ja zieh.
4. Da sah der Knecht die Fässer an
und sprach: „Sie sind zu schwere,
ich glaube, es ist wohlgetan,
wenn ich das kleinste leere.“
Aus trank er eins der Fässer,
der Wein ihm Kraft verlieh, ja-lieh,
dann rief er: „Jetzt geht’s besser,
zieh, Schimmel, zieh, ja zieh!“
5. Vorm Kloster hielt am siebten Tag
das Schimmeltier, das brave,
und auf den leeren Fässern lag
der Klosterknecht im Schlafe.
Des Pfortners Lachen hallte,
der Priör Zeter schrie, ja schrie,
der Fuhrmann selig lallte:
„Zieh, Schimmel, zieh, ja zieh
6. Dann sprach der Prior mit Bedacht:
„Wir wollen ihm vergeben;
wo man den Bock zum Gärtner macht
gedeihen keine Reben.
Der Wein sei ihm gegonnen,
noch manches Faß ist hie, ja hie,
steckt an den Ladebronnen!
Zieh, Schimmel, zieh, ja zieh!
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