| lyric | 1. Hoch am Busch auf Bergeshöhen steht ein kleines Försterhaus und die alte Mutter schaute trüben Blicks zum Fenster ’naus. Denn da draußen tobt der Nordwind und der Donner heftig kracht, grelle Feuerblitze zucken durch die schüle Somemrnacht.
2. Und die schöne Tochter drinnen an dem Rade sitzt und spinnt, über ihr bleichen Wangen eine heiße Träne rinnt. Heut wollt mein Liebster kommen, hör nur, wie’s um’s Fenster braust! Und mein Bruder weilt im Walde, hör nur, wie er Sturmwind zaust!
3. Sei gerhuig, liebste Tocher,. denn ein Gott im Himmel wacht über alle Menschenkinder auch in dieser dunklen Nacht. Mutter, Mutter, ach du weißt nicht, wie so ängstlich mir zumut, ¨denn vor meinen Augen schimmert es so rot wîe lauter Blut.
4. Mutter, hier kann ich nicht bleiben, denn es läßt mir keine Ruh! Und sie eilet voller Sehnsucht suchend nach dem Walde zu. Dort, dort unter jener Eiche, da lag er, vom Blitz zerknallt, ihr Herzliebster, eine Leiche, lag am Boden stumm und kalt.
5. Weinend kniete sie sich nieder, küßte seinen bleichen Mund, der so oftmals ihr gelächelt in der späten Abendstund. Plötzlich kracht ein Schuß im Dickicht, und die Maid sinkt tot zurück. Traurig nach des Försters Häuschen eilt der Sohn mit scheuem Blick.
6. Mutter, dort bei jeder Eiche liegt das Wild von dieser Nacht, denn ich hab anstatt des Rehes meine Schwestter umgebracht. Mutter, Mutter, siehst mich nimmer, lebe wohl, gedenke mein, denn auf Frankreichs blut’gen FEldern wird mein Totenbette sein.
7. In dem kleinen Försterhäuschen sitzt die Mutter alt und schwach. Auf dem Tische lag die Bibel, und die alte Mutter sprach: Vor zehn Jahr’n, am heut’gen Tage, bracht mein Sohn den Tod nach Hause. Vor fünf Jahr’n, am heut’gen Tage, haucht auch er sein Leben aus.
8. Weinend blickt sie auf genHimmel. Bald senkt man auch mich ins Grab, denn ich bin des PIlgerns müde, meine Kräfte nehmen ab. In den Stuhl sank sie zurücke, schloß die müden Augen zu. Kummer war ihr ganzes Leben, Gott, schenk ihr die ew’ge Ruh! |