Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

Sag', was zagest du?

Liedtext

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first_lineSag', was zagest du?
lyricSag', was zagest du?
Frieden strahlt des Himmels Bläue
In das unruhvolle Herz,
Zeigt des Weltenvaters Treue
Dir in Freude wie im Schmerz.
Frieden winkt das Heer der Sterne
In der leise Mahnung zu:
Hoffe, Liebe weilt nie ferne.
Sage, warum zagest du?

Sag', was fürchtest du?
Heute leuchtet Gottes Sonne
Noch so schön wie immerdar,
Noch durchströmet Maienwonne
Mutter Erde jedes Jahr,
Und noch folgt ein heller Morgen
Auf die nächtlich stille Ruh'.
Ach, warum nun ängstlich sorgen!
Sage, was denn fürchtest du?

Sag', was suchest du?
Lichtwärts schwebend zu den Sternen
Und ermessend rings das All,
Stürzend hin in Sonnenfernen
Unter Lust und unter Qual;
Kämpfend, bis am Sarkophage
Dir entgegentönet Ruh'!
Strebend, ringend Jahr' und Tage:
Sage, Mensch, was suchest du?

Sag', was weinest du?
Wie des Lenzes Lebensfülle
Wird des Herbstes sich'rer Raub,
Also trat der Tod die Hülle
Deiner Lieben in den Staub.
Aber tröstend, wenn sie gehen,
Rufen Freund' einander zu:
Wiederfinden! Wiedersehen!
Stille, Herz, was weinest du?
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