| lyric | 1. Von der Eidgenoss’schaft will ich heben an, dessglychen hort noch nie kein Mann; ihn’ ist gar wohl gelungen, si hand ein wysen festen Pund; ich will üch singen den rechten Grund, wie die Eidgenoss’schaft ist entsprungen.
2. Ein edel Land, gut recht als der Kern, das lyt beschlossen z'wüschen Berg viel fester dann mit Muren. Do hub sich der Pund zum ersten an, si hand den Sachen wyslich getan in einem Land, heisst Ure.
3. Nun merkent, lieben Herren gut, wie sich der Pund zum ersten anhub, und land üch nit verdriessen: Wie einer musst sym eigen Suhn ein Epfel ab der Scheitel schon mit synen Händen schiessen.
4. Der Landvogt sprach zu Wilhelm Tell: «Nun Ing, dass dir dyn Kunst nit fehl, und vernimm myn Red gar eben1: Trifi'st du ihn nit am ersten Schutz, fürwahr es bringt dir kleinen Nutz und kostet dir dyn Leben.»
5. Do bat er Gott Tag und Nacht, dass er den Epfel zum ersten traf; es kond si sehr verdriessen, dass Glück hatt’ er von Gottes Kraft, dass er von ganzer Meisterschaft so hoflich konde schiessen.
6. Alsbald er den ersten Schutz getan, ein Pfyl hat er in syn Göller3 getan: «Hätt ich myn Kind erschossen, so hatt’ ich das in mynem Mut – ich sag dir für die Wahrheit gut – ich wöllt dich han erschossen!»
7. Domit macht sich ein grosser Stoss, do entsprang der erst Eidgenoss; si wollten die Landvögt strafen, die schüchten weder Gott noch Fründ: Wenn eim gefiel Wyb oder Kind, so wolltend si by ihm schlafen.
8. Übermut trybend si im Land — böser Gewalt der währt nit lang — also findt man’s verschriben. Das hand des Fürsten Vögt getan, drumb ist er umb syn Herrschaft kan und us dem Land vertriben. |