Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

1. In Gottes Namen heb ich an,

Liedtext

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first_line1. In Gottes Namen heb ich an,
lyric1. In Gottes Namen heb ich an,
so ich mich underwunden han,
ein nüwes Lied zu singen;
Christum durch synen bittern Todt,
der uns behüt vor aller Not -
mag uns nit misselingen.
2. Zum ersten sönd ihr wohl verstahn,
wie Bruder Klaus, der selig Mann,
wohnhaft in Unterwalden,
gab den Eidgenossen manch guten Rat
den Morgen und den Abend spat -
den Jungen als den Alten.
3. «Ich rat üch ouch ohn allen Spott,
dass ihr vor Ougen habent Gott
und führt ein züchtig Leben;
gschänden weder Wyb noch Kind,
die Armen ihr euch lieben sönd -
gross Sieg wird üch Gott geben.»
4. «Die Lehr, die sönd ihr von mir han:
Der frömbden Herren müssig gahn;
kein Gelt von ihn’ nit nehmen,
dass ihr vergiessen Christenblut.
Von Gott wird üch ein sehwäre Rut,
der ihr üch müssten schämen!»

5. Er sprach: «Ich bitt üch allesampt:
Kriegendt nit feer in frembde Landt!
Blybend by Wyb und Kinden;
so man üch überfallen will,
so lugendt trüwlich in das Spiel,
und ]önd üch tapfer finden.»
6. Er gab uns viel der guten Lehr;
daran denkt man gar wenig mehr,
dunkt mich by unserm Kriegen.
Wir lugendt nun umb wyte Nest;
ein jeder Herr dunkt uns der best -
ohn Federen wend wir fliegen.
7. Der eigen Nutz hat grossen Gwalt,
hat Gwurz under jung und alt
und tut sich täglich mehren.
Der ein, der hat vom Keiser Sold,
der ander vom Franzosen Gold;
der dritt hat sunst ein Herren.
8. Söllich Zwytracht ist in unserm Land,
das nie kein Muterkind erkannt,
als jetzund ist vorhanden.
Das schafft allein das schnöde Gut,
das uns wird gschickt us falschem Mut
us manches Fürsten Landen.

9. So han ich oft und dick gehört
wie Zwytracht hab manehs Rych zerstört -
kan aber keins nit machen.
Wo uns das ouch beschehen satt -
davor uns behüt der ewig Gott -
d Fürsten wurdendt durch d Finger lachen.
10. Si wurdendt dann gmeinlich jähen:
«Den Buren ist gar recht beschähen!
Von uns sind si geblendet
mit Gold und Gelt, ouch Gschrift und List;
si hend nit bdacht zu keiner Frist,
dass wir si begehrtendt z schänden.»

11. Damit hat dieses Lied ein End.
Gott unser aller Kummer wend;
bhüt uns vor falschen Zungen!
Der uns das Liedlin nüw gesang -
ein freier Eidgenoss ist ers genannt -
er het’s gar wohl gesungen.
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