Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

Bächlein, das so kühle rauschet,

Liedtext

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first_lineBächlein, das so kühle rauschet,
lyricBächlein, das so kühle rauschet,
Tröstest alle Vögelein,
Nur das Turteltäubchen trauert,
Weil's verwitwet und allein.

Nachtigallenmännchen draußen
Schmettert so verlockend drein:
»Mir vertraue, süße Fraue,
Will dein Lieb, dein Liebster sein!«

»Böser, laß die falschen Lieder!
Ruh auf keinem Zweig, der blüht,
Laß auf keiner Au mich nieder,
Die von schönen Blumen glüht.

Wo ich finde eine Quelle
Helle in dem grünen Haus,
Mit dem Schnabel erst die Welle
Trüb ich, eh ich trink daraus.

Einsam soll man mich begraben,
Laß mich trauernd hier allein,
Will nicht Trost, nicht Lust mehr haben,
Nicht dein Weib, noch Liebchen sein!«

Graf Arnold und der Schiffer
Wem begegnet' je solch Wunder,
Als Graf Arnold ist geschehn,
Da er am Johannesmorgen
Wollt am Meere jagen gehn?

Auf dem Meer ein Schifflein fahren
Sah er, als ob's landen wollt,
Seiden seine Segel waren
Und das Tauwerk war von Gold.

Fing der Schiffer da zu singen,
Wunderbar zu singen an,
Daß die Wogen leiser gingen,
Wind hielt seinen Atem an;

Daß die Fische lauschend stiegen
Tief aus ihrem kühlen Haus,
Und die Vögel, die da fliegen,
Auf dem Maste ruhten aus:

»Durch die Einsamkeit der Wogen,
Schifflein, lenk dich Gottes Hand
An Gibraltars Felsenbogen,
An dem tück'schen Mohrenstrand.

Flandern gürten sand'ge Banken,
Bei Leon da steht ein Riff,
Wo schon viele Schiffe sanken,
Hüt dich Gott, mein schönes Schiff!«

»Schiffer!« rief der Graf am Strande,
»Schiffer, lehre mich dein Lied!« –
Doch der Schiffer lenkt' vom Lande:
»Lehr's nur den, der mit mir zieht.«
language ISO 639deu = german / allemand / deutsch / deutsch
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