| lyric | Aus Träumen um die Mittagstunde Fuhr plötzlich auf Oktavian Und schaut’ erschrocken in die Runde, So fremd blickt’ ihn der Garten an.
Da war’s so wundersam verwandelt, So still und geisterhaft und bleich Der Grund, wo er mit ihr gewandelt, Die Schwäne schliefen auf dem Teich.
Wie mit dem Schlaf die Blumen rangen, Liane müd’ vom Baume sank, Die Wasserkünste nicht mehr sprangen, Kein Vogel in der Schwüle sang.
Das Bächlein selber ließ sein Wandern Im unermeßnen Schweigen dort, Ein Baum nur flüsterte zum andern Leis ein geheimnisvolles Wort.
Verfallen aber, halbversunken Lag Faustas luft’ges Säulenhaus, Giftblumen wuchsen traumestrunken Aus allen Trümmern wild heraus.
Sie selbst schlief auf den Marmorschwellen, Verlöscht der muntre Augenschein, Erstarrt der schönen Glieder Wellen, Ihr Angesicht streng wie von Stein.
Dem Ritter graut’ vor ihren Wangen, Er sann, und wüßt’ nicht, wo er ist, Doch wie er aufsprang, schlüpften Schlangen Grüngolden züngelnd ins Genist.
Entsetzt in dieser öden Schwüle Durchirrt’ er nun den Trümmerhauf’, Und atmet’ in der Waldeskühle Erst wieder tief und freier auf.
Da sah er durch der Bäume Spitzen Die Strome unten wieder gehn, Fern seine lust’gen Reiter blitzen, Ihr Banner hoch im Winde wehn.
Die bliesen frisch zum Kriegestanze, Und wie er aus dem Walde schritt, Gluthell in vollem Waffenglanze Ihm Julian entgegenritt.
„Wo warst so lange du, Geselle?“ Rief der ihm zu, „jetzt gilt das Schwert, Mir stehn an der Entscheidung Schwelle, Voran nun, wer des Ruhmes wert!“ —
Hier stockt er plötzlich und schaut wilde — Den Ring, den er als Liebespfand Einst angesteckt dem Marmorbilde, Gewahrt er an Oktavians Hand.
Der tat weithin da einen langen Blutroten Blick im Sonnenschein. — „Von wem hast du den Reif empfangen?“ „Es gab ihn mir die Liebste mein.“ —
Da starrt Julian in finsterm sinnen, Daß jener tief zusammenschrickt, Dann stürzt er wüst und bleich von hinnen, Als hätt’ er ein Gespenst erblickt. |