| lyric | Und als nun der Traumberückte Umherschaut im Felsensaal, Ein früher Strahl da zückte Schon weit über Berg und Tal, Und schwindelnd vom Klippenrande Im Morgengold Sah er die taufrischen Lande Rings unter sich aufgerollt, Und aus der Tiefe wehten Düfte Berauschend her, Und hinaus ins Meer Rief er der rosigen Lüfte:
„Steig’, Helios, auf! Von Gipfel zu Gipfel, Entzünde flammend die Wipfel Und der funkelnden Ströme Lauf, Daß sie Welt wieder, trunken von Licht, Ein himmlisch’ Gedicht! Die dunkele Waltung, Der Zeiten Gestaltung, Der wunderbaren Schönheit Mythe, Apollo, Zeus, Aphrodite, Oder wie die begeisterte Menge es heißt: Es ist des Menschen ewiger Geist, Der durch die Äonen kreist. Wer kann dich knechten, Du von Geschlecht zu Geschlechten sich leuchtend schlingende, Ewig verjüngende Göttliche Kraft? Was der Genius schafft In schauerndem Entzücken, Wölbt unsichtbar durch die Luft Über der Jahrhunderte Kluft Demantene Brücken, Wo die verwegenen Unsterblichen Fechter Getrennter Geschlechter Sich freudig begegnen. Alexander, du Dichterheld! Dich hab’ ich erkannt Über den Wogen der Welt, Dir reich’ ich die Hand! Was du Großes gesonnen, Dein Wagen, die Wonnen, Die göttlichen Schmerzen Der Schöpferlust: Mir alles im Herzen Erwacht ist’s, und sprengt mir die Brust. O du Frühlingssturm der Gedanken! Deines Adlerflugs Wehen Löset den Bann, Und ein leis Auferstehen Hebt in den Gründen an: Die die Tiefe durchranken, Die verlorenen Bronnen Dringen ans Licht der Tannen, Lebendig rührt sich der Hain In Kron’ und Zweigen, Es bricht sein Schweigen Der gefesselte Stein, Und zwischen Trümmern steigen Eratmend aus allen Versunkenen Hallen Die uralten Lieder, Die heiteren Götter, Dem Menschen als Retter Hilfreich gesellt, Und unser ist wieder Die weite, schöne, herrliche Welt!“ Und zwischen den Felsenbogen Die Scharen zogen Blitzend zu Tal hernieder, Und die Sonne ging auf, Und: Cäsar Augustus! wieder Schallt’ es jubelnd herauf. |