| lyric | Der Segenkaiser Heere, zu ringen um das Reich, Standen gegeneinander zwei Ungewittern gleich, Konstantins’ Schar verdrossen lagert’ im platten Land, Der Julian mit den seinen hoch auf der Alpenwand.
Die Massen ruhn, der Himmel, der nächtlich alles eint, Mit seinem Sternenmantel bedeckte Freund und Feind, Man hört’ nur die Wachen rufen weit durch die stille Luft, Der Rosse stampfen und Wiehern, sie witterten Morgenduft.
Der Julian lag entschlummert — o Rast voll kühler Pracht! Hoch über ihm der Abgrund der sternenklaren Nacht, In weitem Ringe schimmernd der zack’gen Firnen Wall, Fern der Lawine Donner und wilder Wässer Fall.
So in den Schlaf der Menschen graute die Nacht herein, Da, bei der Lagerfeuer verworrnem Widerschein, Trat eine hohe Frau gewappnet zu Julian: „Gegrüßt, Cäsar Augustus!“ — Er starrt erstaunt sie an.
Und wie er starrt’, erkannt’ er das nächt’ge Marmorbild, Den Ring an ihrem Finger, die Züge so schön und wild. „Was will in solcher Frühe dein rätselhafter Gruß? Noch dämmern die Geschicke, noch lebt Konstantinus.“
Doch eh’ er noch vom Traume sich völlig aufgericht’t, War die Gestalt verschwunden, und durch das Dämmerlicht Flogen Boten vom Tal her, daß Mann und Roß erwacht! Konstantins war gestorben da unten dieselbe Nacht. |