Liedersammlung des Zürcher Chorliederverlag

Es wehn des Abends milde Lüfte

Liedtext

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first_lineEs wehn des Abends milde Lüfte
lyricEs wehn des Abends milde Lüfte
erfrischend über Berg und Tal,
und um die mächt'gen Hünengrüfte
legt sich der Sonne letzter Strahl.

Der Dornbusch schlingt mit seinen Zweigen
sich um den alters grauen Stein,
es regt kein Laut sich,
tiefes Schweigen hüllt diese Todesstätte ein.

Erloschen ist der letzte Funken des Lichtes
unterm Himmelszelt,
und unter ihm ruht schlummertrunken,
voll heilgen Friedens ruht die Welt.

Doch als nun die Schauer der Mitternacht
sich lagern über der Halde,
da tönt es: Ihr Helden erwacht!
Es ruft euch zum Kampfe der Skalde.

Da weichen die Steine die lastend schwer,
die riesigen Leiber bedecken.
Sie schreiten daher mit Schwert und Speer
zum Kampfe die mannlichen Recken.

Der Schlachtruf schallt, und es schwingt die Wehr
der Arm das gewaltige Eisen,
und fern grollt dumpf und schaurig das Meer
mit seinen gewaltigen Weisen.

So tobet die Schlacht bis die Morgenluft
herüberweht vom Walde;
da ruft sie zurück zu der dunklen Gruft
mit mahnenden Worte der Skalde.

Die Lerchen steigen zum Äther empor
und in ihr jubelndes Schmettern
tönt es bald leise, wie Geisterchor,
bald laut wie Sturmeswetter:

Heil! den Helden allen,
die selig und beglückt,
ob sie im Kampf gefallen,
die Siegeskrone schmückt.

Mag euch, o mag auch ihr Herzblut färben
den heimatlichen Strand:
o selger Tod zu sterben
für's teure Vaterland!
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